Schadstoff-Check vor dem Hauskauf: Was du wirklich brauchst

Praxis-Ratgeber 3 Min. Lesezeit Dr. Maximilian Mandl

Du kaufst ein Haus — wahrscheinlich die größte Investition deines Lebens. Du lässt den Bausachverständigen kommen, der prüft Dach, Fassade, Feuchtigkeit, Heizung. Was er nicht prüft: Schadstoffe. Kein Asbest, kein Blei, kein Radon, keine PCB. Das ist kein Versäumnis — es ist schlicht nicht sein Fach. Dafür brauchst du jemanden, der weiß, wo man hinsehen muss.

Was dein Baujahr über Schadstoffe verrät

Die Schadstoffbelastung eines Gebäudes lässt sich erstaunlich gut am Baujahr vorhersagen:

  • Vor 1945: Bleifarben (Bleiweiß, Mennige), Teerprodukte, Holzschutzmittel. In Wiener Gründerzeithäusern finden wir regelmäßig Blei in mehreren Farbschichten.
  • 1945–1960: Asbest taucht auf (Dachplatten), PAK-Kleber unter Böden, Bleirohre noch in Verwendung.
  • 1960–1980: Die Hochphase. Asbest überall (Dach, Fassade, Böden, Rohre, Elektrik), PAK, PCB in Fugenmassen, Bleirohre (letzte Generation Anfang 1970er), Holzschutzmittel, alte KMF. In einem typischen 1972er-Gebäude finden wir regelmäßig 3–4 verschiedene Schadstoffe.
  • 1980–1995: Späte Asbest-Produkte (vor dem Verbot 1990/93), alte KMF bis Mitte der 90er, letzte PCP/Lindan-Produkte. Typisch: 1–2 Schadstoffe.
  • Nach 1995: VOC und Formaldehyd aus Baumaterialien, Radon (besonders in Schutzgebieten).
  • Alle Baujahre: Radon — unabhängig vom Gebäudealter, abhängig von Geologie und Bauweise.

Mehr dazu: → Schadstoffe nach Baujahr — Übersicht

Was bei einer Begehung passiert

Wir nehmen uns 2–3 Stunden für dein Objekt. Was wir mitbringen:

  • pXRF-Gerät: Portable Röntgenfluoreszenz für sofortige Schwermetall-Identifikation. Blei in Farben, Rohren, Fensterbänken — in Sekunden, zerstörungsfrei. (→ Mehr zu pXRF)
  • Probenahme-Equipment: Für gezielte Materialproben an verdächtigen Stellen (Bodenbelag, Fugenmasse, Dämmung, Rohrummantelung).
  • Radon-Dosimeter: Werden platziert und nach 3 Monaten ausgewertet.
  • Kamera und Dokumentation: Jede Verdachtsstelle wird fotografiert und protokolliert.

Das Ergebnis: Ein verständlicher Bericht mit Risikobewertung und konkreten Handlungsempfehlungen — innerhalb von 3 Werktagen nach dem Laborbefund. Du weißt genau, was drin steckt, was es bedeutet, und was es kosten würde, es zu beheben.

Was das kostet

  • Begehung + pXRF-Screening: ab €290
  • Laboranalysen: €75–€120 pro Probe (Asbest €75, PAK €95, KMF €95, PCB €95, Trinkwasser Blei €75)
  • Radon-Dosimeter: €30–€50

Bei einem typischen Altbau-Check nehmen wir 3–5 Proben. Gesamtkosten: €400–€800 — das sind 0,1–0,3 % des Kaufpreises.

Zum Vergleich: Eine Asbest-Überraschung bei der Sanierung kostet €5.000–€50.000. Ein PAK-Boden, der ohne Schutzmaßnahmen aufgerissen wurde, kontaminiert die ganze Wohnung. Bleirohre, die erst nach dem Einzug entdeckt werden, bedeuten Austausch plus temporäre Wasserversorgung.

Wann du dich melden solltest

Du kaufst ein Haus oder eine Wohnung, Baujahr vor 1995? Du willst wissen, was drin steckt, bevor du unterschreibst? Du brauchst eine belastbare Grundlage für die Preisverhandlung?

Am besten meldest du dich, bevor der Kaufvertrag unterschrieben ist. So hast du die Ergebnisse rechtzeitig für die Verhandlung.

15 Minuten Erstgespräch, kostenlos. Wir sagen dir, welche Analysen bei deinem Objekt sinnvoll sind — und welche nicht.

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