Schwarzer Kleber unter Parkett: Was ist das?

Häufige Fragen 2 Min. Lesezeit Dr. Maximilian Mandl

Du hebst eine Parkettdiele an und darunter klebt eine schwarze, zähe Masse. Riecht vielleicht nach Teer oder Mottenkugeln. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit PAK-haltiger Steinkohleteerkleber — und du solltest sofort aufhören, den Boden rauszureißen.

Was das schwarze Zeug ist

Zwischen den 1950er und 1980er Jahren wurde Stabparkett routinemäßig mit Steinkohleteerkleber verklebt. Dieser Kleber enthält Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) — eine Gruppe von über 100 Verbindungen, die bei der Verbrennung von Kohle entstehen.

Die PAK-Konzentrationen in diesen Klebern sind nicht subtil. Wir messen regelmäßig Werte von 5.000 bis 50.000 mg/kg PAK-Gesamtgehalt. Das ist Sondermüll — weit über jedem Grenzwert.

Die kritischste Einzelverbindung: Benzo[a]pyren. Von der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) als Gruppe 1 eingestuft — gesichert krebserregend beim Menschen.

Nicht jeder schwarze Kleber ist PAK

Wichtige Einschränkung: Es gibt auch schwarze Bitumenkleber, die deutlich weniger problematisch sind. Bitumen sieht auf den ersten Blick ähnlich aus — schwarz, zäh, klebrig. Aber Bitumen enthält erheblich weniger PAK als Steinkohlenteer.

Visuell kannst du die beiden nicht zuverlässig unterscheiden. Der Geruch kann ein Hinweis sein (Teerkleber riecht intensiver, manchmal nach Naphthalin), ist aber kein Beweis.

Warum du aufhören solltest zu reißen

Beim Abreißen, Schleifen oder Fräsen von PAK-Kleber entsteht feiner Staub, der sich in der gesamten Wohnung verteilt. PAK binden sich an Staubpartikel, setzen sich auf Oberflächen ab und lassen sich danach nur schwer entfernen. Du kontaminierst Räume, die eigentlich nicht betroffen waren.

Dazu kommt: PAK werden über die Haut aufgenommen. Direkter Hautkontakt mit dem Kleber ist zu vermeiden.

Wie du Klarheit bekommst

Wir entnehmen eine kleine Materialprobe des Klebers — ein Stück von etwa 2x2 cm reicht. Die Probe geht an ein akkreditiertes Labor und wird mittels GC-MS (Gaschromatografie-Massenspektrometrie) auf die 16 EPA-PAK analysiert.

Kosten: ab 95 Euro pro Probe. Ergebnis in 5–7 Werktagen.

Danach weißt du: PAK ja oder nein, und in welcher Konzentration. Daraus ergibt sich, ob der Kleber als gefährlicher Abfall entsorgt werden muss und welche Schutzmaßnahmen bei der Sanierung nötig sind.

→ Ausführlicher PAK-Guide

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Was du bis zum Ergebnis tun solltest

Boden wieder zudecken. Nicht weiter reißen, nicht schleifen, nicht fräsen. Fenster auf, wenn du den Kleber freigelegt hast. Hände waschen, wenn du ihn angefasst hast.

Kein Grund zur Panik — aber Grund zur Vorsicht. Fachgerechte PAK-Sanierung ist planbar und kalkulierbar. Unkontrolliertes Abreißen ist es nicht.

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