Radon messen: Wie lange und wo?

Häufige Fragen 3 Min. Lesezeit Dr. Maximilian Mandl

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das aus dem Boden aufsteigt und sich in Innenräumen anreichert. Du kannst es nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken. Messen ist die einzige Möglichkeit.

Aber Radon schwankt — stündlich, täglich, saisonal. Eine Momentaufnahme taugt nichts. Deshalb gibt es klare Regeln für eine sinnvolle Messung.

Wie lange messen?

Minimum: 3 Monate. Das ist kein willkürlicher Wert. Radon-Konzentrationen in Gebäuden schwanken je nach Wetterlage, Windrichtung, Luftdruck und Lüftungsverhalten um den Faktor 5–10 innerhalb weniger Tage. Eine 3-Monats-Messung mittelt diese Schwankungen heraus.

Idealer Zeitraum: Heizperiode (Oktober bis März). Im Winter sind Fenster geschlossen, die Heizung erzeugt Unterdruck im Haus (warme Luft steigt auf und entweicht oben, Bodenluft mit Radon wird unten nachgesogen), und die Radon-Konzentration ist am höchsten. Wenn du in der Heizperiode unter dem Referenzwert liegst, liegst du das ganze Jahr darunter.

Kurzzeitmessungen (24–72 Stunden) mit elektronischen Geräten liefern nur eine Momentaufnahme. Sie können sinnvoll sein als Erstscreening, ersetzen aber keine Langzeitmessung.

Wo aufstellen?

Welcher Raum: Der meistgenutzte Aufenthaltsraum im Erdgeschoss oder Keller. Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer — dort, wo du dich am längsten aufhältst. Nicht in Küche oder Bad (zu viel Lüftung verfälscht die Messung).

Wo im Raum: - 1–1,5 Meter Höhe (Atemhöhe) - Mindestens 20 cm von der Wand entfernt - Nicht direkt am Fenster, nicht auf der Heizung, nicht im Luftzug - Nicht hinter Möbeln verstecken — der Dosimeter soll die Raumluft messen, nicht die Luft in einer Ecke

Wie viele Dosimeter?

Minimum: 1. Im meistgenutzten Raum.

Empfohlen: 2–3. Ein Dosimeter im Keller (höchste Konzentration), einer im Erdgeschoss (typischer Aufenthaltsraum), eventuell einer im Schlafzimmer (8 Stunden Exposition pro Nacht). So bekommst du ein vollständiges Bild der Verteilung im Gebäude.

Was Dosimeter kosten

30–50 Euro pro Stück, inklusive Laborauswertung. Passive Dosimeter (Kernspurdosimeter) brauchen keinen Strom, keine Wartung — du stellst sie hin und schickst sie nach 3 Monaten ans Labor zurück. Einfacher geht es nicht.

Was die Ergebnisse bedeuten

Die Einheit ist Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³).

  • Unter 100 Bq/m³: Unauffällig. Kein Handlungsbedarf.
  • 100–300 Bq/m³: Einfache Maßnahmen empfohlen. Regelmäßiges Lüften, Abdichten von Rissen und Durchführungen im Keller. Oft reicht das.
  • Über 300 Bq/m³: Sanierungsmaßnahmen empfohlen. Der EU-Referenzwert liegt bei 300 Bq/m³. Mögliche Maßnahmen: Radon-Drainage, Radon-Brunnen, Abdichtung der Bodenplatte, kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung.

Zum Vergleich: Der Durchschnitt in österreichischen Wohnungen liegt bei ca. 100 Bq/m³, aber regional gibt es massive Unterschiede. In Teilen von Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und der Steiermark messen wir regelmäßig Werte über 500 Bq/m³.

→ Radon in Österreich — Hintergrund

→ Radon-Karte Österreich

→ Radon-Messung beauftragen

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