Andere Zeiten, andere Risiken

Die klassischen Gebäudeschadstoffe wie Asbest, PCB und Bleirohre sind in Gebäuden nach 1990 weitgehend ausgeschlossen. Das ist die gute Nachricht. Eine Ausnahme aus der Übergangszeit bleibt: Alte, biopersistente KMF-Dämmung (Mineralwolle) war noch bis etwa 2000 im Einsatz und ist bei Baujahren zwischen 1990 und etwa 2000 noch möglich. Die übrigen Herausforderungen moderner Gebäude liegen woanders: in der immer luftdichteren Bauweise, die Schadstoffe aus Baumaterialien in der Raumluft einschließt, und im natürlichen Radonrisiko, das vom Baujahr unabhängig ist.

Zur Einordnung: Die Risiken sind deutlich geringer als bei Altbauten. Es gibt aber Situationen, in denen eine Messung sinnvoll ist.

Worauf du bei Neubauten achten solltest

RaumluftAusgasung

VOC (Flüchtige organische Verbindungen)

Farben, Lacke, Klebstoffe, Bodenbeläge und Möbel gasen flüchtige organische Verbindungen aus. In luftdichten Neubauten können sich diese anreichern und zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schleimhautreizungen führen; dieses Beschwerdebild ist als Sick Building Syndrome bekannt.

SpanplattenMöbel

Formaldehyd

Formaldehyd ist der häufigste Einzelschadstoff in Innenräumen. Quelle sind Spanplatten, OSB-Platten, Dämmstoffe und Möbel. Moderne Produkte emittieren weniger als früher, aber bei empfindlichen Personen können auch geringe Konzentrationen Beschwerden verursachen.

GeologieVorsorgegebiete

Radon

Radon ist ein natürliches radioaktives Gas aus dem Boden. Es dringt über Risse und Fugen in Gebäude ein, unabhängig vom Baujahr. In Österreich gibt es Radonvorsorgegebiete. Auch Neubauten können betroffen sein, wenn die Bodenplatte nicht perfekt abgedichtet ist.

Radon-Messung →
Feuchtigkeit

Schimmel

Energieeffiziente Bauweise mit Wärmebrücken und unzureichender Lüftung kann zu Schimmelbildung führen. Schimmel ist ein biologischer Schadstoff, der Atemwegserkrankungen und Allergien verursachen kann. Richtiges Lüften ist entscheidend.

Wann ist eine Messung sinnvoll?

  • Anhaltender Neugeruch: Wenn der typische „Neubau-Geruch" nach mehr als 3 Monaten nicht abklingt
  • Gesundheitliche Beschwerden: Kopfschmerzen, Müdigkeit, gereizte Augen oder Atemwege
  • Radonvorsorgegebiet: Radon-Messung unabhängig vom Baualter empfohlen
  • Nach Renovierung: Neue Bodenbeläge, Farben oder Möbel in großem Umfang
  • Vor dem Kauf: Auch bei Neubauten kann ein Radon-Check sinnvoll sein

In den meisten Fällen reicht eine einfache VOC-Raumluftmessung oder Radon-Messung; ein umfassender Schadstoff-Check wie bei Altbauten ist nicht nötig.

Häufige Fragen zu Neubauten

Die klassischen Gebäudeschadstoffe (Asbest, PCB, Blei) sind weitgehend ausgeschlossen; alte, biopersistente KMF-Dämmung war allerdings noch bis etwa 2000 im Einsatz und ist bei Baujahren bis etwa 2000 noch möglich. Daneben können VOC aus Baumaterialien die Raumluft belasten, und Radon ist ein geologisches Thema unabhängig vom Baujahr.

Der typische Geruch stammt von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die aus Farben, Lacken und Baumaterialien ausgasen. In den meisten Fällen nimmt die Konzentration innerhalb weniger Monate deutlich ab. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine Raumluftmessung sinnvoll.

Wenn dein Gebäude in einem Radonvorsorgegebiet liegt: ja, unbedingt. Radon kann unabhängig vom Baualter aus dem Boden eindringen. Auch Neubauten können betroffen sein.

Bei anhaltendem Neugeruch (mehr als 3 Monate), bei Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schleimhautreizungen, bei einem Gebäude im Radonvorsorgegebiet, oder nach Renovierungen mit viel neuen Materialien.

Klarheit vor der Entscheidung

Auch Neubauten sind nicht automatisch schadstofffrei. Besonders wenn du in einem Radonvorsorgegebiet wohnst oder anhaltende Gerüche wahrnimmst, gibt dir eine VOC- oder Radon-Messung Gewissheit. Den Preis nennen wir dir nach dem kostenlosen Erstgespräch.

Andere Bauepochen