Die Nachkriegszeit: pragmatisch gebaut
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste in Österreich schnell und günstig gebaut werden. Materialmangel führte zu kreativen Lösungen und zum Einsatz neuer industrieller Baustoffe, deren Gesundheitsrisiken damals erst zum Teil beschrieben waren; das Mesotheliom etwa wurde erst 1960 als eigenständige asbestbedingte Krankheit beschrieben. Gleichzeitig wurden viele Altbauten mit neuen Materialien renoviert.
Diese Bauepoche markiert den Übergang: Die alten Probleme (Blei) sind noch da, und die neuen (Asbest, Holzschutzmittel) beginnen. Das Schadstoffprofil ist entsprechend vielfältig.
Typische Schadstoffe in Nachkriegsbauten
Asbest
Die Nachkriegszeit markiert den Beginn des massenhaften Asbest-Einsatzes in Österreich. Eternitplatten am Dach, Rohrummantelungen und erste asbesthaltige Putze und Spachtelmassen kamen auf den Markt.
Asbest-Test →Blei
Bleirohre wurden in den 1950ern noch vereinzelt verlegt. Bleihaltige Farben (Bleiweiß, Bleimennige) waren weiterhin Standard für Fenster, Türen und Heizkörper.
Blei-Test →PAK (Teerprodukte)
Schwarzer, teerhaltiger Parkettkleber war auch in diesen Jahren gängig; bis Ende der 1960er wurde Parkett vielfach mit Steinkohlenteerpech verklebt. Dachbahnen und Bitumenanstriche auf Teerbasis enthalten häufig krebserregende PAK.
PAK-Analyse →Holzschutzmittel
In den 1950ern begann der massenhafte Einsatz von PCP- und lindanhaltigen Holzschutzmitteln. Dachstühle aus dieser Zeit wurden häufig behandelt, teils prophylaktisch beim Bau, teils nachträglich in den folgenden Jahrzehnten.
Wann ist ein Schadstoff-Check nötig?
- Vor dem Kauf: Nachkriegsbauten können ein breites Schadstoffspektrum aufweisen, ein Schadstoff-Check gibt Klarheit vor der Kaufentscheidung
- Vor Sanierung: Beim Entfernen von Bodenbelägen, Putz oder Dacheindeckung können Schadstoffe freigesetzt werden
- Bei Dachausbau: Holzschutzmittel im Dachstuhl prüfen, bevor der Dachboden zum Wohnraum wird
- Bei alten Wasserleitungen: Wasserprobe (ab €22,50 pro Element) und ggf. Materialprobe (ab €52,80 für das erste Element) auf Blei, besonders wenn Kleinkinder im Haushalt leben
Häufige Fragen zu Nachkriegsbauten
In Nachkriegsbauten findet man häufig erste Asbestprodukte (Eternit, Rohrummantelungen), PAK in schwarzen Klebern und Dachbahnen sowie Holzschutzmittel in behandelten Dachstühlen (beim Bau oder nachträglich aufgebracht); Bleirohre wurden teilweise noch verlegt, Bleifarben waren weiterhin Standard.
Ja. Asbest wurde in Österreich schon seit etwa 1900 verarbeitet (Asbestzement aus Vöcklabruck), zur Massenverwendung am Bau kam es aber in den Nachkriegsjahrzehnten: Eternitplatten, Rohrummantelungen und erste asbesthaltige Putze wurden ab den 1950ern großflächig verbaut. Eine Untersuchung vor Sanierung ist empfehlenswert.
In den 1950ern wurden teilweise noch Bleirohre verlegt, zunehmend aber durch Kupfer- und Stahlleitungen ersetzt. Eine Wasserprobe (ab €22,50 für Pb), analysiert im akkreditierten Labor, zeigt, ob Blei tatsächlich in dein Trinkwasser gelangt.
Die Begehungspauschale liegt bei €290 (bis 150 m², für größere Wohnflächen gestaffelt), plus Analysekosten pro Probe, z. B. Asbest ab €75,60, Blei-Wasser ab €22,50 pro Element. Situative Analysen (PAK, Holzschutzmittel) nach Angebot. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Analysen sinnvoll sind.
Schadstoff-Check ab €290
In Nachkriegsbauten von 1945 bis 1960 treffen wir häufig auf frühen Asbest-Einsatz und PAK-haltige Kleber, teilweise auch auf Bleirohre. Eine Begehung mit Probenahme ab €290 plus Analysen klärt, was in deinem Gebäude steckt, bevor die Arbeiten beginnen.
Nach der Sanierung bieten wir eine Freimessung an, um die Freigabe-Empfehlung zu dokumentieren. Schadstoffe nach Baujahr →