Altbauten in Österreich: wunderschön, aber oft belastet

Gebäude aus der Gründerzeit, der Jahrhundertwende und der Zwischenkriegszeit prägen das Stadtbild in Wien, Graz, Linz und vielen österreichischen Städten. Die massive Bauweise mit Ziegelmauerwerk, Holzbalkendecken und Kastenfenstern ist langlebig, aber viele der damals verwendeten Materialien und die bei späteren Renovierungen eingesetzten Produkte sind heute als gesundheitsschädlich bekannt.

Das Gute vorweg: Die klassischen Gründerzeit-Baumaterialien (Ziegel, Kalk, Holz, Naturstein) sind an sich unbedenklich. Die Probleme liegen in den Leitungen, Oberflächenbehandlungen und nachträglichen Einbauten.

Typische Schadstoffe in Gebäuden vor 1945

LeitungenFarben

Blei

Bleirohre waren das Standardmaterial für Wasserleitungen. Dazu kommen Bleifarben (Bleiweiß, Bleimennige) an Fenstern, Türen und Geländern sowie bleihaltiger Fensterkitt.

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BödenDach

PAK (Teerprodukte)

Schwarzer Parkettkleber, Teerpappen unter Bodenbelägen, Dachbahnen und Holzimprägnierungen auf Teerbasis (Carbolineum) enthalten krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

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DachstuhlHolz

Holzschutzmittel

Viele Altbau-Dachstühle wurden in den 1950er bis 1970er Jahren nachträglich mit PCP- und lindanhaltigen Holzschutzmitteln behandelt. Diese Stoffe sind persistent und gasen über Jahrzehnte aus.

Renovierung

Asbest (bei Umbau)

In reinen Vorkriegsbauten ist Asbest selten. Aber bei späteren Renovierungen (1960er bis 1980er) wurden oft asbesthaltige Spachtelmassen, Fliesenkleber oder Eternitplatten eingebaut.

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Wann ist ein Schadstoff-Check nötig?

Nicht jeder Altbau ist gefährlich. Hier eine Orientierung:

  • Test empfohlen: Vor dem Kauf, vor Sanierung oder Abbruch, bei Dachgeschossausbau, bei kleinen Kindern im Haushalt
  • Test dringend: Wenn alte Farbe abblättert, schwarzer Kleber unter dem Parkett sichtbar ist, Wasserleitungen nicht erneuert wurden
  • Meist unbedenklich: Intakte Ziegelmauern, Kalkputz, erneuerte Leitungen, keine Holzschutzmittel-Behandlung

Häufige Fragen zu Schadstoffen im Altbau

Die häufigsten Schadstoffe sind Blei (Wasserleitungen, Farben, Fensterkitt), PAK (Teerprodukte in Böden und Dachbahnen) und Holzschutzmittel (PCP, Lindan, oft in den 1950er bis 1970er Jahren nachträglich aufgebracht). Asbest ist in Vorkriegsbauten seltener, kann aber bei späteren Renovierungen eingebaut worden sein.

Sehr wahrscheinlich. Blei war bis weit in die Nachkriegszeit das Standardmaterial für Wasserleitungen. In vielen Altbauten sind die originalen Bleirohre noch in Betrieb. Eine Wasserprobe (ab €22,50 für Pb), analysiert im akkreditierten Labor, zeigt, ob Blei tatsächlich in dein Trinkwasser gelangt; eine Material-Probe an einer Lötstelle (ab €52,80) bestätigt den Verdacht direkt am Rohr.

Dringend empfohlen. Beim Schleifen von Bleifarben, Entfernen alter Bodenbeläge oder Arbeiten am Dachstuhl können Schadstoffe freigesetzt werden. Ein Schadstoff-Check vor der Sanierung schützt dich und die Handwerker; bei größeren Abbruchvorhaben (mehr als 750 Tonnen Bau- oder Abbruchabfälle) ist eine Schad- und Störstofferkundung vor dem Abbruch ohnehin gesetzlich vorgeschrieben (§ 4 Recycling-Baustoffverordnung).

Die Begehungspauschale liegt bei €290 (bis 150 m², für größere Wohnflächen gestaffelt). Dazu kommen Analysekosten pro Probe, z. B. Asbest ab €75,60, Blei-Wasser ab €22,50 pro Element. Situative Analysen (PAK, Holzschutzmittel) nach Angebot. Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir, welche Analysen für dein Gebäude sinnvoll sind.

Schadstoff-Check ab €290

In Altbauten vor 1945 finden wir regelmäßig Bleirohre, PAK-haltige Kleber und Holzschutzmittel. Eine Begehung mit Probenahme ab €290 plus Analysen klärt, was in deinem Gebäude steckt, bevor die Arbeiten beginnen.

Nach der Sanierung bieten wir eine Freimessung an, um die Freigabe-Empfehlung zu dokumentieren. Schadstoffe nach Baujahr →

Andere Bauepochen